Zu Pferd, wo Land und Wasser aufeinandertreffen

Es gibt Landschaften, die man am besten schweigend und im Tempo eines Pferdes durchquert. Zwischen dem Strand Spiaggia Romea und dem Hinterland, wo der Pinienwald in die Dünen übergeht und die Dünen sich zu den Salzwiesen öffnen, ist ein Ausritt die natürlichste Art, sich auf das Delta einzustimmen. Man bewegt sich ohne Eile in kleinen Gruppen, folgt Pfaden, die am Wasser entlangführen und sich durch das Schilf schlängeln, da, wo keine Autos hinkommen und der Lärm der Welt fern ist.

Die Pferde, die an dieses weiche und abwechslungsreiche Gelände gewöhnt sind, kennen den Rhythmus dieses Ortes. Hoch oben im Sattel schweift der Blick in die Ferne, über das hohe Gras und die Wasserflächen, an denen die Vögel Rast machen, während sich das Licht von Stunde zu Stunde verändert und die Landschaft in immer neue Farbschattierungen hüllt. Es ist ein Erlebnis, das erfahrene Reiterinnen und Reiter genauso anspricht wie Menschen, die zum ersten Mal im Sattel sitzen: Die Guides begleiten jeden Schritt, sie wählen die Routen passend zur Erfahrung der Teilnehmer aus und erzählen von der Natur, durch die man reitet. Von Zeit zu Zeit wird angehalten und man bleibt im Sattel oder steigt ab, um ein Nest im Schilf oder eine Spiegelung im Wasser zu betrachten. Dabei lässt man die Landschaft den Rhythmus bestimmen und so entsteht ein stiller Dialog zwischen dem Reiter, dem Tier und der Umgebung, die sie umfängt.

Worum es geht, ist weniger die sportliche Aktivität als vielmehr die Einladung, zu entschleunigen. Der Kontakt mit dem Tier, die gleichmäßige Gangart, die frische Luft und der Salzgeruch schenken eine seltene Ruhe, die aus einfachen Gesten und Achtsamkeit besteht. Man kehrt mit dem Gefühl zurück, dass man die Landschaft in ihrem Innersten kennengelernt hat, aus einer uralten und schimmernden Perspektive, und dass man es mit Respekt getan hat, ohne das, was am Weg lag, anzutasten.

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